10 Prinzipien für Lean, Agile und Design Thinking

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In Sachen Produktentwicklung und Innovation gibt es unzählige Methoden, Prinzipien und Ausrichtungen. Die einen denken in Lean, das andere Team arbeitet agil und das nächste Team lebt Design Thinking. Das führt zu unterschiedlichen Begrifflichkeiten, Vorgehen, Geschwindigkeiten und mittendrin muss das Management dem Herrn werden. Es gibt so viele Frameworks und Tools und man muss versucht zu verstehen, was und wie man den Teams am besten hilft. 

Was ist Agile?

Das Konzept von Agile entstand aus Frust über die Art und Weise, wie Software gebaut worden ist. Eine Gruppe von Ingenieuren kam zusammen, um das Agilen Manifest zu schaffen. Im Kern geht es nicht um Prozesse, sondern darum wie man arbeitet. Es ist quasi eine Art Philosophie: Wenn Sie in einem Team arbeiten, was die Prioritäten auf das Lernen legt, sind Sie agil. Wenn Sie auf Änderungen reagieren und neue Wege finden, statt starr einen Plan zu folgen, sind Sie agil. Doch anstatt der Philosophie zu verstehen haben Unternehmen es eingesetzt um schneller hochwertigen Code zu erstellen. Ziel von Scrum ist es, mehr Code schneller zu erstellen statt zu lernen. Mehr Code ist aber nicht gleichbedeutend wie mehr Wert.  

Was ist Lean?

Lean beschäftigt sich damit, dass wir überdenken wie wir Unternehmen, Projekte oder Software bauen. Anstatt etwas aufzubauen und dann mit aller Macht in den Markt drücken, ermutigt Lean einen Pull-Modus. Es sucht nach Signalen vom Markt und Menschen, die einen Einsichten bieten was und wie viel Sie benötigen. Lean stützt sich dabei auf zwei wichtige Prinzipien: Sie können die Zukunft nicht vorhersehen, daher bietet es Methoden, die Ihnen helfen von Unwissenheit zu Gewissheit leitet. Um Risiken zu minimieren, zu viel in die falsche Lösung zu investieren, wird das Vorgehen in kleine Pakete geschnürt womit dann wieder vom Kunden gelernt wird, ob er das Produkt so überhaupt kaufen will.  

Was ist Design Thinking?

Design Thinking greift auf den Werkzeugkoffer eines Designers zurück und wendet diese auf die Probleme von Unternehmen an. Es konzentriert sich darauf, sich in die Menschen hineinzuversetzen, deren Problem und Lebensrealität zu verstehen und dafür Lösungen zu finden. Dabei steht im Fokus den Kunden zu verstehen, Lösungen als Prototypen zu bauen und diese zu testen ob man sich mit der Problemlösung in die richtige Richtung entwickelt.

Wenn alles gut gemacht ist, passt Design Thinking gut ins Lean-Vorgehen (Bauen – Messen – Lernen) was dann in die agile Produktentwicklung überführt werden kann. In der Realität führt die Kombination dieser Prozesse, zu Fehlern und es funktioniert nicht so wirklich. Die Lösung für dieses Problem ist, dass man sich von der prozessorientierten Sicht und der Integration derer löst und sich auf deren Prinzipien konzentriert:

  1. Kundennutzen und Mehrwert für Ihr Unternehmen sind dasselbe – Sobald für beide ein Win:Win entsteht, entsteht ein nachhaltiges Geschäft.

  2. Arbeiten Sie in kurzen Zyklen – Treffen Sie Entscheidungen anhand von Beweisen und Signalen aus dem Markt. Investieren Sie Zeit ins lernen und entdecken.

  3. Halten Sie Retrospektiven ab – Führen Sie regelmäßig Retro’s durch und bieten Sie die Möglichkeit für kontinuierliche Verbesserung und gemeinsames Lernen

  4. Begleiten Sie Ihr Team – Beobachten Sie wie sich Ihr Team formt und entwickelt und verstärken Sie positive Entwicklungen und gemeinsames Lernen

  5. Testen Sie Ihre Hypothesen mit hohem Risiko – Sie können nicht alles testen, daher fokussieren Sie auf die Hochrisiko Hypothesen oder die, welche den größten Mehrwert bieten

  6. Machen Sie weniger, öfter – Investieren Sie so wenig Arbeit wie möglich, um zur nächsten wichtigen Antwort oder Erkenntnis zu gelangen

  7. Arbeiten Sie in interdisziplinären Teams – Stellen Sie kleine, engagierte und autarke Teams zusammen die befähigt sind Entscheidungen zu treffen und in kurzen Zyklen zu arbeiten.

  8. Radikale Transparenz – Transparenz schafft Vertrauen und ist der Schlüssel zum Aufbau von gemeinsam Verständnisses.

  9. Strukturen und Prämien überprüfen – Ihre Digitale Transformation wird scheitern wenn die Bezahlung, Prämien und Strukturen nicht auf die neuen Herausforderungen anpassen.

  10. Lernen ist elementarer Teil Ihres Backlogs – Verwalten Sie Ihre alle Arbeitsschritte und Tätigkeit an einem Ort.

Diese 10 Prinzipien funktionieren mit Agile, Lean oder Design Thinking. Wenn Sie sich auf diese konzentrieren, können Sie die Frameworks zusammenführen und effizienter daran arbeiten, bessere Produkte zu entwickeln.

 
Ralph Tonn